
Da gibt es den Klassiker in Sachen Wegweisung: ‚At the next robot you take a left.‘ Äh, ja, genau – und wo bitte ist dieser Roboter zu finden? Robot = südafrikanisch für Ampel.
Nicht nur gibt es Begriffe über die man erstmal stolpert, sondern auch Verhaltensweisen und Regeln – oder deren Nichtbefolgung. Aber bleiben wir erstmal bei den Begriffen. Hier kommt eine sicherlich unvollständige Liste der Dinge, die hier einen speziellen Namen haben:
- Chommie, Bru, Bro, Cuz, Boet – Kumpel
- Howzit? – Wie geht’s
- Bakkie – Pickup
- Tekkies – Sneakers
- Braai – BBQ
- Gatvol – die Nase von etwas voll haben
- kiff – cool
- Babbelas – Kater (iSv hangover)

Der Umgang mit der Zeit
Kapstadt funktioniert in dieser Hinsicht anders als Johannesburg. Nachfragen ist immer gut und absolut ok. Vielleicht mit einer angehängten Erklärung, dass du Deutsche/r bist … dann wissen die Südafrikaner, was du meinst. Denn now, nownow und just now sind dehnbare Begriffe. ‚I’ll get them (documents) to you now.“ Kann heißen, dass du diese Dokumente in den nächsten 5 Minuten bekommst, aber auch, dass du in einer Woche nochmal nachfragen kannst.
Der unvergleichliche Tafelberg
…ist wunderschön. Keine Frage. Nicht viele Städte haben einen Berg mitten in der Stadt. Unterschätzen darf man ihn allerdings nicht, sonst wird der Besucher zum ALG (another lost German). Und anhand der Tatsache, dass es diese Abkürzung gibt, kannst du ersehen: das ist ein Ding! Der amerikanische Tourist glaubt, er kann den Tafelberg in Flipflops erklimmen und der deutsche Besucher ist oft so von sich überzeugt, dass er keine Ratschläge annimmt. Natürlich sind das Klischees, aber ein Klischee entsteht aus einem Grund. Bitte, bitte sei dir deines Fitness Levels bewusst und wähle die Route (es gibt einige) auf den Hoerikwaggo weise und deinen Fähigkeiten entsprechend. Achte auf die Topografie! Das wichtigste aber scheint mir zu sein: aus der nördlichen Hemisphäre kommend, kann man schon mal die Himmelsrichtungen verwechseln – das ist total legitim. Nimm dein handy mit – checke, wo du hinläufst.
Rechne damit, dass die Bahn nicht fährt und du auch den Abstieg bewältigen musst.

Wasser
Wasser ist Leben – es ist das Kostbarste, was wir haben auf diesem Planeten. Ohne Wasser geht nix. Südafrika ist ein Schwellenland. Wir kommen nicht nach! Saisonal fallen Touristen hier ein, die das Land zum Überleben braucht, die aber die Natur (wegen derer sie gekommen sind) in Gefahr bringen.
Meine ganz persönliche Bitte an dich: verbrauche so wenig Wasser wie möglich. Duschen: ganz kurz. Wäsche waschen, so selten wie nötig. Aus dem Wasserhahn trinken ist für europäische Mägen sowieso zweifelhaft. Auto waschen? Warum? Wenn du irgendwo Wasser die Straße lang fließen siehst, dann ist das nicht Paris hier, wo so die Straßenrinnen gesäubert werden: das ist ein geplatztes Rohr irgendwo. Melde es. Sag es einem zuverlässig wirkenden Einheimischen. Mach ein Foto (immer wirksam). In 2018 hatten wir in Kapstadt ein ‚Day Zero‘ Szenario und so etwas findet im Land überall statt. Zu irgendeinem Zeitpunkt kämpft immer eine Region um Wasser. Wir brauchen Aufforstung (es brennt ja auch regelmäßig alles ab!) und Wasserbewusstheit.
Sicherheit in Südafrika
Kapstadt ist sicherer geworden in den letzten 10 Jahren. Pretoria ist zerrütteter, Johannesburg ist busier. Es gibt immer wieder unvorhersehbare Grausamkeiten, die wie eine Monsterwelle über dem Land zusammenschlagen – das ist ein Fakt. Wo viel Armut – da Kriminalität. Verbrechen geschehen aber am häufigsten in den Townships befeuert durch Xenophobie. Jobs für Ungelernte sind limitiert und die Menschen der Nachbarländer (vor allem Zimbabwe) besser ausgebildet und kooperativer. Dadurch geraten die schwarzen Südafrikaner ins Hintertreffen und ‚rächen‘ sich durch Grausamkeiten. Alles nicht schön …
- Halte dein Handy nicht in der Hand, wenn du irgendwo herumstehst – meiner Tochter wurde es schwuppst – aus der Hand geklaut – vor 3 Wochen (Dez 2025).
- Treib dich abends nicht in dunklen Straßen herum
- In Johannesburg gelten härtere Regeln, die ich nicht wirklich kenne und nicht kennenlernen möchte
- Sei nicht alleine unterwegs – schon gar nicht beim Wandern (remember: ALG)
- Wenn du dich nicht sicher fühlst, dann weil es nicht sicher ist! Lerne deinem Gefühl wieder zu vertrauen
- Solltest du nachts mit dem Mietwagen unterwegs sein, dann fahre dort, wo andere fahren
- Lasse NICHTS, nicht mal eine Wasserflasche im Auto, nirgends
- Buche uns – und du brauchst keine weiteren Vorkehrungen zu treffen

Trinkgeld
Es kann nicht oft genug gesagt werden: Gib Trinkgeld – gib reichlich. Auch die hübsche weiße Bedienung bei Blondies verdient keinen Stundenlohn!!!! Die Tellerwäsche in den Küchen bekommen 15R/Stunde … Wer ganz gut leben kann, sind die carguards auf Supermarktparkplätzen, aber auch nur, wenn jeder Parkende einfach mal 10 ZAR springen lässt. Das sind 50 cent … Das Bild zeigt im Übrigen die besten scones von Plettenberg Bay, von Ouland Royale Magical Barn serviert.
- Der carguard 10R
- Der Tankwart, der Scheiben putzt, Öl, Wasser und den Reifendruck kontrolliert 20R
- Dein guide, die Bedienung 10% mindestens
- Wenn du irgendwo einkaufst (Farmstalls wie ‚Metro irganics‘ im Noordhoek village z.B.) und deine rechnung macht 126.35ZAR dasnn lass einfach 130 Rand da und sag ‚put the rest in the tip jar, please‘
Freundlichkeit
Die Grundhaltung der Menschen hier im Land ist freundlich. Das ist wichtig zu wissen, und ich als Deutsche kann und darf und werde das sagen. Deutschland ist ein unfreundliches Land – ja, man kann Leute anlächeln und sie lächeln zurück. Aber die Majorität ist Freundlichkeit nicht mehr gewöhnt und empfindet sie als aufdringlich. Möge Südafrika sich diese Grundfreundlichkeit bewahren – du kannst helfen!
Hier in Südafrika kannst du dein Lächeln wieder strahlen lassen – ungebremst. Nicht mehr – keine komischen Gespräche mit zwiespältigen Charakteren – einfach nur Lächeln und weitergehen. Ein Signal von Mensch zu Mensch – „I’m good hope you’re good too“.

Safari
Auch hier bekommt der guide/ranger ein Trinkgeld ,-). Bitte besuche keine Parks, die wie Zoos strukturiert sind. Aguila ist hier das ultimative Gruselbeispiel. Ich möchte keine Rufschädigung betreiben, aber erkundige dich unbedingt über solche Sachen wie canned hunting und illegale Aufzucht von Großkatzen und wo du auch nur den leisesten Verdacht hegst: bitte bleibe fern. Tiere züchten, damit dann die Mutter im Beisein ihrer Nachkommen in einem Käfig von einem mehr oder weniger fähigen Jäger erschossen wird, ist keine Anstrengung im Sinne des Naturschutzes – das ist grausam und darf nicht unterstützt werden.
Auch in Namibia, Botswana und Südafrika werden Tierbestände reguliert. Elefanten sind derzeit überrepräsentiert und werden zu tausenden abgeschossen. Das ist die traurige Realität einer Welt, in der sich eine Spezies immer mehr ausbreitet. Ich habe keine Kenntnis darüber, ob daraus Geld gemacht wird, sicher ist allerdings, dass Organisationen wie der Safariclub keine ethisch ausgereiften Mitglieder haben (eine headline der Startseite heute (12.1.2026): ‚Black bear hunting is how to celebrate 44 years of marriage‘ ).
Wer Tiere sehen will, der kann das Malaria frei im Western und Eastern Cape tun, aber natürlich auch im südlichen Krüger Nationalpark. Sanbona Wildlife Reserve ist so ein Reservat. Auf 62000 Hektar Fläche ist Pirsch noch Pirsch. Das Wort Pirsch stammt zwar aus dem Jägerjargon, wird aber hier in Ermangelung eines besseren Wortes für die Suche nach Wildtieren verwendet. Die kühle Morgen- oder Abendluft, der Geruch nach Erde und Busch, die auf- oder untergehende Sonne, das Zirpen der Zikaden … war da nicht eine Schwanzspitze? Der Inbegriff von Safari heißt nicht Sehen oder Finden, sondern Suchen. Die Anspannung ist das Erlebnis. Einen frustrierten Löwen in einem Gehege von 200m2 zu erspähen ist kein Erlebnis. Wir buchen keine zweifelhaften Tierparks, just saying.
